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Sensationeller Erfolg in Troisdorf: Extrem junges U20-Team der Startgemeinschaft Hünfeld-Baunatal-Friedrichstein stürmt auf Platz 6 in Deutschland!
Troisdorf / Hünfeld / Baunatal / Friedrichstein – Was für eine Premiere und was für ein sensationeller Erfolg für die heimische Leichtathletik! Bei den Deutschen Team-Meisterschaften U16/U20 am 12. September 2026 im nordrhein-westfälischen Troisdorf wuchsen die U20-Athletinnen der überregionalen Startgemeinschaft (StG) Hünfeld-Baunatal-Friedrichstein förmlich über sich hinaus. Als Außenseiter auf Platz 8 des nationalen Rankings angereist, erkämpfte sich die junge Mannschaft im Finale der besten deutschen Vereine / Startgemeinschaften einen überragenden sechsten Platz.
Eine historische Premiere mit Zukunftspotenzial
Schon die Qualifikation für das Bundesfinale mit starken 12.166 Punkten war für die neu formierte Startgemeinschaft ein echtes Novum. Wie außergewöhnlich dieser Erfolg einzuordnen ist, zeigt ein Blick auf die Altersstruktur: Das Team ist extrem jung aufgestellt! Lediglich zwei Athletinnen gehörten überhaupt der eigentlichen U20 an. Der gesamte restliche Kader rekrutierte sich überwiegend aus Talenten der jüngeren Altersklasse U18, die somit reihenweise eine Klasse höher „hochstarteten“. Im Mittel ist das Team 16,6 Jahre alt.
Getragen von einem großartigen Teamgeist, einer beeindruckenden Nervenstärke und riesigem Entwicklungspotenzial steigerten sich die Mädels im direkten Duell der deutschen Elite, ließen zwei Teams hinter sich und belohnten sich am Ende mit 12.224 Punkten und dem sechsten Rang in Deutschland.
Vielseitigkeit als Schlüssel zum Erfolg
Um dieses Mammutprogramm erfolgreich zu absolvieren, braucht es universell einsetzbare Sportler, die auch in disziplinfremden Bereichen wichtige Zähler einfahren können. Insgesamt müssen die Teams 12 verschiedene Disziplinen abdecken, die das gesamte Spektrum der Leichtathletik abbilden:
- Sprint & Hürden: Explosivität und Technik über die 100 Meter und die 100-Meter-Hürden-Distanz.
- Lauf & Ausdauer: Taktisches Geschick und Stehvermögen auf den Stadionrunden über 400 Meter sowie der Mittelstrecke über 800 Meter und der Langstrecke über 3.000 Meter.
- Staffel-Power: Perfekte Wechsel und maximales Tempo in der prestigeträchtigen 4×100-Meter-Staffel.
- Sprungdisziplinen: Nervenstärke und Fluggefühl im Weitsprung sowie beim vertikalen Höhenflug im Hochsprung und Stabhochsprung.
- Wurf & Stoß: Athletik, Kraft und Präzision beim Kugelstoßen, Diskuswurf sowie dem Speerwurf.
So funktioniert das Punktesystem in der U20
Punkte sammeln hört sich recht einfach an – ist es aber nicht! Hinter einem erfolgreichen Abschneiden bei den Team-Meisterschaften steckt ein enormer organisatorischer und sportlicher Aufwand.
Um ganz vorne mitzumischen, muss ein anspruchsvolles über knapp 8 Stunden laufendes Wettkampfprogramm strategisch klug besetzt werden.
Das System der Altersklasse U20 basiert auf einer maximalen Ausnutzung der Startplätze bei gleichzeitiger Begrenzung der Einzelstarts:
- Meldung pro Disziplin: Maximal 3 Teilnehmer pro Einzelwettbewerb und 2 Staffeln dürfen an den Start gehen.
- Wertung pro Disziplin: Nur die 2 besten Teilnehmer und 1 Staffel bringen am Ende Punkte für das Team-Konto.
- Limit für Athleten: Ein Teilnehmer darf in maximal 3 Einzelwettbewerben plus einer Staffel starten.
Für die Team-Aufstellung bedeutet das ein logistisches Puzzlespiel, denn es müssen insgesamt 40 Startplätze mit Leben gefüllt werden. Eine Besonderheit gilt dabei für den Stabhochsprung: Hier sind von vornherein nur maximal 2 Teilnehmer pro Team erlaubt, von denen einer in die Wertung kommt.
Und wenn dann während des Wettkampfs was nicht passt, wie z.B. verletzungsbedingte Ausfälle, dann muss kurzfristig umdisponiert werden. Auch überschneiden sich Wettkämpfe teilweise, was die Einsatzplanung nicht einfacher macht.
Die Teilnehmerinnen der Startgemeinschaft
Hünfelder SV:
- Amelie Witzel: 100m-Hürden, Hochsprung, Kugelstoßen, 4x100m-Staffel
- Edda Bischof: Kugelstoßen, Diskuswurf
- Ella Kayser: 3000m-Lauf, Speerwurf
- Greta Lucia Ritz: 400m-Lauf, 3000m-Lauf
- Hanna Knieper: 100m-Sprint, 4x100m-Staffel
- Hannah Sattler: 3000m-Lauf
- Lea-Sophie Schulz: 100m-Hürden, Hochsprung, 4x100m-Staffel
- Lilianna Zirpel: Weitsprung, 4x100m-Staffel
- Lilli Roth: Weitsprung, Speerwurf, 4x100m-Staffel
- Linda Schmitt: 400m-Lauf, 800m-Lauf
- Lotte Schwarz: 100m-Sprint, 800m-Lauf, Hochsprung, 4x100m-Staffel
- Marie Weber: Kugelstoßen, Diskuswurf, Speerwurf
- Marielle Beckmann: Diskuswurf
- Maya Habl: 400m-Lauf
- Nika Marie Henkel: 100m-Sprint, 4x100m-Staffel
- Svea Witzel: Weitsprung
- Thea Marquart: 800m-Lauf
- Trainer: Hans-Otto Göbel, Rainer Hahn, Stefan Beckmann
GSV Baunatal:
- Ida-Marieke Fuhrmeister: Stabhochsprung
- Lea Linnenkohl: 100m-Hürden, 4x100m-Staffel
- Trainer: Michael Birkelbach
Ein Meilenstein für die Nachwuchsarbeit
Dieser sechste Platz auf nationaler Ebene – im Konzert der großen, finanzstarken deutschen Traditionsvereine und Leichtathletik-Hochburgen – ist ein riesiger Erfolg! Er zeigt eindrucksvoll, was mit unbändigem Teamgeist, großem Trainingsfleiß und einer erfolgreichen, kooperativen Nachwuchsarbeit möglich ist. Durch diese regionalen und überregionalen Strukturen können sich talentierte Athletinnen und Athleten im heimischen Umfeld sportlich wie persönlich optimal weiterentwickeln.
Ein solcher Triumph braucht ein starkes Fundament: Im Team des Hünfelder SV gingen Athletinnen an den Start, die für dieses gemeinsame Ziel von ihren Stammvereinen ( TSV Hilders, TV Angersbach, TV Dipperz, TV Flieden, TV Jahn Neuhof und TV Petersberg) nach Hünfeld gewechselt sind. Nur dadurch wurde das Unmögliche möglich.
Besonders bemerkenswert: Dieser Erfolg gelang ganz ohne die professionelle sportliche Infrastruktur, über die die Konkurrenz verfügt. Dem Team steht im heimischen Stadion nicht einmal ein Diskusring zur Verfügung, geschweige denn eine Infrastruktur, die im Winter ein leichtathletikspezifisches Training erlaubt. Umso höher ist diese nationale Spitzenleistung einzustufen! In Sachen Sportstätten erwarten wir in naher Zukunft jedoch eine positive Entwicklung. Die Athletinnen haben geliefert – jetzt muss die Infrastruktur folgen!
Ein solches Ergebnis ist niemals das Werk von Einzelnen. Ein riesiges Dankeschön gilt dem engagierten Trainerteam sowie den Physiotherapeuten! Mit unermüdlichem Einsatz, Fachkompetenz, Herzblut und der optimalen körperlichen Betreuung haben sie gemeinsam die Grundlagen für diesen Triumph gelegt. Ebenso gebührt den Eltern ein großer Dank: Ihr Rückhalt und Unterstützung haben diesen gemeinsamen Weg erst möglich gemacht!